Psychische Probleme bei Piloten

Das psychische Wohlbefinden ist für eine sichere Operation im Cockpit unerlässlich. Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Erschöpfungszustände, Angststörungen und Substanzmissbrauch sind recht häufig und weisen oft klare Muster auf, welche bei aufmerksamer Beobachtung erkannt werden können und für welche effektive Behandlungsmethoden bestehen.

Genaue Zahlen zur Prävalenz psychischer Störungen bei Piloten sind nicht bekannt, es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sie aufgrund der hohen physischen und psychischen Belastungen im Arbeitsalltag tendenziell höher liegen, als in der Allgemeinbevölkerung.

Dabei sind psychische Störungen heute noch immer mit einem Stigma belegt, welches für den Beruf des Piloten drastische Konsequenzen haben kann. Dieser Umstand führt bei Betroffenen nicht selten zu einemTeufelskreis: einerseits haben sie Angst sich zu offenbaren und können daher auch nicht adäquat behandelt werden, andererseits führt der drohende Verlust der Arbeitsstelle zu einer Stresszunahme und damit zu einer potenziellen Verschlimmerung der bereits vorhandenen Symptomatik und somit zu einem erhöhten Sicherheitsrisiko für die Operation.

Seit derm tragischen Germanwings Vorfall ist die Aufmerksamkeit bezüglich der Thematik markant angestiegen. Dabei ist klar geworden, dass deutlich mehr unternommen werden muss. Die oben beschriebene Grundproblematik stellt die Verantwortlichen jedoch weiterhin vor grosse Herausforderungen. Zwar wurde nach dem Unfall rasch darauf hingewiesen, dass mehr für die Erkennung gemacht werden muss, ein wirksames Instrument lässt jedoch weiterhin auf sich warten. Zwar sind auf dem Markt vielerlei mehr oder weniger valide Tests zur Erkennung psychischer Erkrankungen vorhanden, diese gehen jedoch fast ausschliesslich von einer ehrlichen Beantwortung der gestellten Fragen aus. Es wird somit klar, dass sich hier der Hund in den Schwanz beisst. Eine Ausnahme bietet das Minnesota Multiphasic Personality Inventory (MMPI). Dieser lange Fragebogen kann gefährdete Kandidaten identifizieren, indem eine Reihe von Fragen zu einem ähnlichen Thema gestellt werden, die unterschiedlich formuliert sind.

Nichtsdestotrotz sollten sich sämtliche in die Operation von Piloten involvierten Personen den verschiedenen Markern und Auffälligkeiten bewusst sein, welche ein Hinweis auf eine psychische Erkrankung darstellen können. Unser Psychologen-Team kann Ihnen dabei nicht nur aufzeigen, wie sie Ihre Belegschaft gezielt für die Thematik sensibilisieren, sondern zeigt Ihnen ausserdem, wie eine für die psychische Gesundheit förderliche Umgebung in Ihrer Operation geschaffen wird.

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